Theenhaus, A., Zeitler, R., Brackel, W. v., Botsch, H.-J., Baumeister, W. & Peichl, L. 2002. Langzeitmonitoring möglicher Auswirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen auf Pflanzengesellschaften. Konzeptentwicklung am Beispiel von Raps (Brassica napus). – Zeitschrift für Umweltchemie und Ökotoxikologie 14(4): 229–236.

Zusammenfassung

Ziel des vorgestellten Projektes ist die Entwicklung und Erprobung von Methoden für ein Langzeitmonitoring möglicher Auswirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) auf Pflanzengesellschaften. Der Anbau von Raps (Brassica napus) wurde als Beispielszenario ausgewählt. Raps ist ein Kreuzblütler, der durch eine überdurchschnittliche Ausbreitungsfähigkeit gekennzeichnet ist und innerhalb der heimischen Flora Kreuzungspartner besitzt. Auf einem 5700 ha großen Areal, in dem sich intensiv bewirtschaftete Äcker in unmittelbarer Nähe zu geschützten Biotopen befinden, wird der Ist-Zustand der Gemeinschaft der Kreuzblütler vor einem möglichen Inverkehrbringen von GVP beschrieben. Hierfür wird die Artenzusammensetzung und Populationsdichte der Kreuzblütler flächendeckend dokumentiert. Weiterhin wird im Untersuchungsgebiet flächendeckend untersucht, ob die Genkonstrukte von gentechnisch verändertem Raps in Kreuzblütlern auftreten. Dafür werden Proben von ausgesuchten Kreuzblütlern hinsichtlich gentechnischer Veränderungen analysiert. Auch Rapspollen aus Rapshonig und aus Pollenfängern wird molekulargenetisch untersucht. Die molekulargenetischen Analysen werden mit der "sondengestützten PCR-Technik" durchgeführt. Ein sehr intensives Monitoring wird innerhalb des Untersuchungsgebietes in zwei Biotoptypen, einer Auenwiese und zwei Halbtrockenrasen, entwickelt und erprobt. Es werden pflanzensoziologische Aufnahmen erhoben, molekulargenetische Analysen durchgeführt, Bodenparameter erhoben und die Daten mit multivariater Statistik miteinander in Beziehung gebracht.

Abstract

Ecological monitoring of genetically engineered plants (GEPs) is beeing developed in the Bavarian Environmental protection Agency. Focusing on oilseed rape (Brassica napus, Cruciferae), a method is being established to measure the impact of of the commercial release of GEPs on plant communities. Oilseed rape is known to escape from cultures and to establish outside the fields. It also produces hybrid offspring with wild relatives of the European flora. The study site is located in Bavaria (Germany) and comprises an area of 5700 ha. It is caracterized by a mosaic of protected natural habitats in close vicinity to intensively cultivated farmland. In this region species composition and population density of Cruciferae is documented prior to a possible commercial release of GEPs. Furthermore, Cruciferae of the study site are tested for the presence of transgenes. Therefore, plant material of selected Cruciferae is randomly sampled. We also test oilseed rape honey from the study site and pollen from pollen traps for the presence of hybrid pollen. The molecular method used is the "real-time PCR". In addition, an intensive monitoring program is established in two types of biotopes, which are located in the study site. Multivariate statistics are being used to correlate plant community data with soil parameters.

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