Brackel, W. v. & Brackel, J. v. 2016. Ein Pilotversuch zur Wiederherstellung von Flechten- Kiefernwäldern. – ANLiegen Natur 38(1): 102–110, Laufen.

Zusammenfassung

Flechten-Kiefernwälder prägten bis in die 1980er-Jahre weite Teile des Nürnberger Reichswaldes. Durch die Aufgabe der Streunutzung und den Eintrag von Stickstoffverbindungen über die Luft sind sie bis auf kleine Restbestände verschwunden; dieses Phänomen ist im gesamten mitteleuropäischen Verbreitungsgebiet zu beobachten. Seit 2012 läuft ein Pilotprojekt mit dem Ziel, moosreiche Kiefernwälder wieder zu Flechten-Kiefernwäldern zu entwickeln. Hierzu wurde auf der gesamten Projektfläche der Kiefernbestand aufgelichtet und die Kiefernstrauchschicht entfernt. Auf Teilflächen wurde zusätzlich die Rohhumusschicht entfernt und anschließend mit Flechten-Bruchstücken beimpft. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Maßnahmen schnell zum Erfolg führen: Bereits nach vier Jahren zeigt die abgeschobene und beimpfte Fläche eine höhere Deckung der naturschutzfachlichen Zielarten der Flechten-Kiefernwälder als die Vergleichsflächen, die lediglich eine Auflichtung erfahren haben.

Abstract

Lichen pine forests covered large areas of the Nürnberger Reichswald up to the 1980s. Due to the cessation of litter raking and the input of atmospheric nitrogen compounds they disappeared except for small remnants, a phenomenon noticed in the whole Central European range. Since 2012 a pilot experiment is running to reconvert moss rich pine forests to lichen pine forests. For this purpose the pine canopy was thinned out and the pine shrubs were cleared on the entire experimental site. In subareas the topsoil was removed and then they were inoculated with lichen fragments. First results show how fast the measures may lead to success: after only four years on the stripped and inoculated plot the typical species of the lichen pine forests showed a higher coverage then on the reference plots where only the canopy was thinned out.

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